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Die Geschichte des Bieres
Bier ist so alt wie die menschliche Kultur
Schon aus der Zeit um 4.000 v. C. finden sich erste Hinweise auf
die Braukunst, im Ägypten um 2.500 v. C. standen jedem Arbeiter
pro Tag drei bis vier Laib Brot, zwei Krüge Bier und ein paar
Zwiebeln zu, und im nur etwas jüngeren Gilgamesch-Epos heißt
es „Iß nun das Brot, oh Enkidu, denn das gehört zum Leben, trinke
auch vom Bier wie es Brauch ist im Lande.“
Sie sehen also, der Gerstensaft spielte schon in
den Kulturen der Frühgeschichte eine entscheidende
Rolle. Sogar die schädliche Wirkung des
Alkohols war bekannt. In Hieroglyphen heißt es:
„Mach Dich nicht selber hilflos durch Trinken,
damit die Worte Deiner Rede nicht aus Deinem
Mund kommen, ohne dass Du weißt, dass Du sie
geäußert hast.“ Und auch der wirtschaftliche Aspekt
blieb nicht unbeachtet: Die ersten Bierpreisregelungen
finden sich um 1.700 v. C. im Codex
Hammurabi.
Die Geschichte der deutschen Bierkultur beginnt
wohl mit den Kasendorfer Bieramphoren, die aus
der Zeit um 800 v. C. stammen. 300 Jahre später
datiert der bei Straubing gefundene Ur-Maßkrug.
Im Mittelalter entwickelte sich das Brauerhandwerk,
das allerdings ebenso wie das Brotbacken
eher Frauensache war. Die Nähe zwischen Bier
und Brot kam von der Hefe, die nach dem Backen
in der Luft lag und eine Spontangärung des Biersudes
wesentlich begünstigte. Erst im 19. Jahrhundert
konnte das Geheimnis der Wirkungsweise
der Hefe entschlüsselt werden.
Mit dem Reinheitsgebot entstand 1516 das
älteste bis heute gültige Lebensmittelgesetz
der Welt. Wilhelm IV., Herzog in Bayern,
erlässt am 23. April auf dem Landständetag zu
Ingolstadt die Vorschrift, dass zur Herstellung
von Bier „allain Gersten, Hopfen und Wasser
genommen und gepraucht sölle werden.“ Eigentlich
ging es dem Herrscher vor allem um
die Regulierung der Wirtschaft in seinem wiedervereinigten
Bayern. Das Reinheitsgebot
sollte Roggen und Weizen den Bäckern vorbehalten,
die Preise regulieren und dafür sorgen,
dass die Qualität durch die konservierende Wirkung von
Hopfen auf ein besseres Niveau gehoben wurde. Außerdem
konnten auf diesem Wege die damals üblichen
anderen Zutaten mit teils halluzinogener Wirkung wie
Porst oder Bilsenkraut verdrängt werden. Solche Regelungen
gab es schon zuvor in anderen Städten und Regionen,
beispielsweise Nürnberg (1393) oder München
(1487), aber erst mit dem bayerischen Reinheitsgebot
wurde eine komplexe Regelung für ein ganzes Staatsgebiet
erlassen.
Eine wesentliche Neuerung in der jüngeren Geschichte
war 1873 die Erfindung der Kältemaschine durch Carl
von Linde, der damit die Voraussetzung für die ganzjährige
Herstellung von untergärigen Bieren schuf. Wie
allgemein in der wirtschaftlichen Entwicklung setzten
auch im Brauhandwerk Industrialisierung und Rationalisierung
ein, was dazu führte, dass in heutigen Großbrauereien
nur noch wenige Menschen einen ganzen
Komplex von hochtechnisierten Brauanlagen steuern.
Das Ergebnis sind die so genannten „Industriebiere“
der großen Marken, von hoher Qualität, aber unter der
Vorgabe der Massenkompatibilität. Alle, die hier einfach
einmal Abwechslung in den bierigen Teil des Lebens
bringen möchten, laden wir herzlich nach Franken ein,
um insgesamt weit über 1.000 verschiedene Biersorten
zu verkosten, einmalig auf der ganzen Welt.
Quelle/Fotos: Deutscher Brauer Bund |




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