
Bierwissen und Lexikon
Schaugrafiken
Schema vom Brauprozess
Schema einer Mälzerei
Bierlexikon (alphabetisch)
Abfüllung
Nach der Filtration gelangt das Bier
in den Drucktank. Von dort gelangt
es unter Druck, damit sich die im Bier befindliche Kohlensäure nicht
entbindet, zum Füller und wird in
Flaschen, Dosen oder Fässer abgefüllt.
Bei der Fassabfüllung ist
penible Reinigung nötig, die Temperatur
bei der Flaschenabfüllung
beträgt 80 °C, der Durchlauf dauert
ca. 15 Minuten. Die Flaschenfülleistung
kann bis zu 60.000 Flaschen
pro Stunde betragen und erfolgt
nach dem isobarometrischen Prinzip,
damit das Bier nicht schäumt.
Es herrscht gleicher Druck bereits
im Fass bzw. in der Flasche.
Alkoholfreies Bier
Wird mit niedriger Stammwürze
(7,4%) als ober- oder untergäriges
Bier kurz eingebraut, anschließen
kurze Angärung. Alternativ kann
man Vollbier auch den Alkohol sehr
schonend entziehen. Der Restalkoholgehalt
liegt bei ca. 0,5%, auch
der Kaloriengehalt ist deutlich reduziert
(um ca. 40%). In der Regel
isotonisch bzw. hypotonisch (bei
gestoppter Gärung).
Bockbier
Über Umwege gelangte Bier nach
Einbecker Brauart (Die Hansestadt
exportierte starkes und damit haltbares
Bier bis ins Mittelmeer) nach
München. Aus dem „einbeckschen
Bier“ (Verbrieft ist der Mai 1614
mit dem Braumeister Elias Pichler)
des Hofbräuhauses wurde nach
und nach Bockbier. Es hat über 16
Prozent Stammwürze. Bockbier ist
in der Regel ein untergäriges Bier.
Traditionell werden Bockbiere entweder
zur Weihnachtszeit oder zur
Fastenzeit getrunken (jeweils 40
Tage vor Weihnachten und Ostern
wurde früher gefastet). Zu letzterer
hat sich vor allem in Bayern der
Doppelbock etabliert. Dieses noch
stärkere Bier hat mindestens 18
Grad Stammwürze und darf die Endung
-ator tragen. Vereinzelt wird
auch im Mai Bockbier angeboten,
der sogenannte Maibock.
Brauerstern
Der gezackte Brauerstern sieht mit seinen sechs Zacken dem Davidsstern
ähnlich. Jedoch setzt er sich
aus zwei Dreiecken zusammen, die
die vier Grundelemente Feuer, Wasser,
Erde und Luft symbolisieren, die
auch beim Brauen eine große Rolle
spielen.
Braugerste
Braugerste wird heute aus der
zweizeiligen Sommergerste kultiviert.
Wichtig für die Verwendung
von Gerstenpartien als Rohstoff für
die Qualitätsbiererzeugung ist die
hohe Sortenreinheit, hohe Keimfähigkeit
und die gleichmäßige Korngröße.
Eine wichtige Rolle spielen
der Eiweißgehalt, der möglichst
niedrig sein sollte, der Stärkegehalt
und die enzymatische Kraft der
Gerste. Sie wird nicht (mehr) zum
Brotbacken verwendet und ist nach
Weizen, Mais und Reis das weltweite
viertwichtigste Getreide. Jedes
achte Gerstenkorn landet im Bier.
Braujahr
Das traditionelle Braujahr geht von
Georgi (dem St. Georgs-Tag am 23.
April) bis Michaeli (St. Michael am
29. September).
Brauwasser
Wasser ist der Körper des Bieres.
Zur Zubereitung von einem Hektoliter
Bier werden im Durchschnitt
4 – 5 hl Wasser benötigt. Wasser löst
aus dem Boden Salze, Calcium- und
Magnesiumsalze. Deren Anteil bestimmt
zusammen mit anderen Salzen
den Härtegrad eines Wassers,
das je nach Herkunft und Gegend
weicher oder härter ist. Falls erforderlich,
darf hartes Wasser – nach
den Vorschriften der Trinkwasseraufbereitungs-
Verordnung – durch
Entzug der Härtebildner aufbereitet
werden. Dabei werden vor allem
der natürlich enthaltene Gips und
Kalk entfernt. An die Zusammensetzung
und Reinheit des Brauwassers
stellen die Brauereitechnologen
höhere Ansprüche als der Gesetzgeber
an das Trinkwasser. Es geht
unter anderem um die Haltbarkeit,
den Schaum, den Geschmack, die
Durststillung und die Bekömmlichkeit.
Die Brauwässer und damit
auch die Biere unterscheiden sich
im Gehalt von Kalium, Calcium, Magnesium,
Phosphor, Sulfat, Chlorid
und Silikat zum Teil beträchtlich.
Dunkles Bier
Die dunklere Farbe rührt von dunklem
Malz oder Farbmalz. Die Farbe
des Bieres kann aber auch dunkler
werden, wenn schlicht und einfach
mehr Malz verwendet wird. Mehr
Aussagekraft hat die Farbe in der
Regel nicht.
Filtration
Nach der Reife werden die untergärigen
Biere filtriert, um die letzten
Hefezellen, Eiweiß- und Trubbestandteile
herauszunehmen.
Gärung
Die Hefe baut bei der Gärung den
Malzzucker ab in Alkohol und Kohlensäure.
Dabei entsteht Wäre. Soll
der Prozess unter kontrollierten
Bedingungen ablaufen, muss man
die Gärgefäße kühlen. Bei der Gärung
wird der Extrakt zu etwa je
einem Drittel abgebaut in Alkohol,
Kohlensäure und Restextrakt. Hier
wird der Biergeschmack noch einmal
erheblich beeinflusst und zwar
durch die Wahl des Hefestammes,
der Gärtemperatur, der Sauerstoffmenge,
die zu Beginn der Gärung
in die Würze geleitet wird, und der
Menge an Hefe, die man zusetzt.
Hefe
Hefe ist der Geist des Bieres. Rund
0,6 Liter (entspricht ca. 20 Mio.
Hefezellen/ml Würze) dickbreiige
Hefe (untergärig oder obergärig)
sind für einen Hektoliter Bier erforderlich.
Die untergärige Hefe setzt
sich am Ende der Gärung am Boden
des Gärbottichs ab, die obergärige
Hefe bildet Sproßverbände aus und
steigt während der Gärung an die
Oberfläche des Behälters. Bei der
Vergärung der Würze durch die
Hefe entstehen Alkohol, Kohlendioxid
und bis zu 300 flüchtige und
nicht-flüchtige Nebenprodukte,
darunter höhere Alkohole, Ester, Aldehyde,
Ketone und Säuren.
Hopfen
Hopfen ist die Würze des Bieres.
Zwischen 100 bis 300 Gramm Doldenhopfen
werden pro Hektoliter
Bier benötigt. Bier ist das einzige
alkoholische Getränk, das Hopfen
enthält. Allgemein wird zwischen
Bitterhopfen und Aromahopfen
unterschieden. Bis heute sind 150
Einzelsubstanzen an ätherischen
Hopfenölen, Hopfen-Bitterstoffen
und Hopfenaromaverbindungen
im Bier bekannt. Der wichtigste
Inhaltsstoff der Hopfendolde ist
das gelbe Pulver, das Lupulin. Die
Hopfeninhaltsstoffe beeinflussen
das Aroma, die Bittere, den
Schaum und die mikrobiologische
Haltbarkeit des Bieres. Hopfen
(botanisch: Humulus lupulus) ist
eine rechtswindende Kletterpflanze
aus der Familie der hanfartigen
Gewächse. Für die Bierbereitung
werden nur die weiblichen Hopfenpflanzen
verwendet, weshalb
man den Hopfengarten auch als
„Frauenkloster“ oder „Nonnengarten“
bezeichnet. Aus getrockneten
und gekühlten gemahlenen
Hopfendolden stellt man kleine
gepresste Pellets her. Das bewirkt
eine längere Haltbarkeit. Ein weiterer
Vorteil ist die Sortenreinheit,
die gezieltere Geschmacksausprägung
ermöglicht.
Keimen
Die Bildung von Enzymen ist der
Hauptzweck des Mälzens. Diese
Enzyme werden für den Stoffabbau
beim Maischen unbedingt
benötigt. Zur Vermeidung von
stofflichen Verlusten dämmt man
die enzymatischen Abbauvorgänge
beim Mälzen ein. Die Entwicklung
des Blattkeimes und das
Voranschreiten der Auflösung des
Korns verlaufen annähernd parallel
zueinander.
Lagerkeller
Im Lagerkeller vollzieht sich die
Nachgärung, Klärung und Reifung
des Jungbieres bei Temperaturen
um den Gefrierpunkt. Das Bier
reichert sich hierbei mit gärungseigener
Kohlensäure an. Die Lagerzeit
beträgt je nach Biersorte
zwischen 2 und 12 Wochen.
Läutern
Im Läuterbottich trennt man wie
in einem großen Sieb die klare
Würze von den unlöslichen Partikeln,
den Trebern. Diese enthalten
eine Vielzahl von wertvollen Inhaltsstoffen
und eignen sich daher
hervorragend als Viehfutter.
Malz
Malz ist die Seele des Bieres. Im
Durchschnitt sind ca. 17 kg Malz
für einen Hektoliter Bier (mit 12%
Stammwürze) erforderlich. Malze
aus verschiedenen Getreidearten
stehen heute zur Verfügung, so
Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel-
und Emmermalz. Das Malz beeinflusst
alle Merkmale des Bieres,
unter anderem den Schaum, die
Haltbarkeit, die Farbe, das Aroma
und den Geschmack.
Obergärig
Öbergärige Hefe steigt während
der Gärung an die Oberfläche des
Jungbieres auf, daher der Name.
Der Gärprozess geht wesentlich
schneller als bei untergäriger Hefe.
Die Gärtemperatur liegt dabei
höher. Diese Hefesorte bildet die
eigentliche Bierhefe und wird seit
tausenden von Jahren verwendet.
Rauchbier
Entgegen der Mythen ist Rauchbier
quasi das herkömmliche Bier.
Das Grünmalz mußte nämlich
schon immer getrocknet (gedarrt)
werden. In unseren Breitengraden
gab es in der Vergangenheit dafür
nur ein Mittel: Das Trocknen über
dem offenen Feuer. Dabei war es
unvermeidlich, daß der dabei entstehende
Rauch das Malz durchströmte
und ihm ein entsprechendes
Aroma verlieh. Der technische
Fortschritt ermöglichte es, mithilfe
neuer Verfahren das Malz ohne
offenes Feuer und damit ohne
Rauchgeschmack herzustellen.
Beim Rauchbier wird die alte Tradition
bewusst bewahrt.
Stammwürze
Der Stammwürzegehalt ist der
Prozentanteil von in der Würze
vor der Gärung gelösten Stoffen
wie Malzzucker, Eiweißstoffen, Vitaminen,
Spurenelementen und
Aromasubstanzen. Wird gemessen
in g/100g Bier. Z.B. 12,4%.
Sudhaus
Das Sudhaus ist das Herz der Brauerei.
Hier wird als erster Vorgang
zur Bierherstellung das geschrotete
Malz in einem bestimmten
Verhältnis mit Wasser gemischt.
Diese Maische wird dann in verschiedenen
Temperaturstufen
hochgeheizt auf maximal 76°C.
Dabei verflüssigen sich die sonst
schwer löslichen Bestandteile des
Malzschrotes. In einem klassischen
Sudhaus finden sich Bottiche
und Sudpfannen, Sudkessel, eine
Schrotmühle, Maisch- und Läuterbottiche,
Kühlschiff und Würzekühler.
Ungespundet
Während der Nachgärung im Gärtank
verschließt der Braumeister
das Gefäß mit deinem Überdruckventil,
dem Spundapparat. Das
Kohlendioxid entweicht nicht und
verbleibt dadurch im Bier. In Franken
gibt es Biere, die ohne Spundapparat
hergestellt werden, sie
heißen dann ungespundet. Jedoch
ist auch in diesen Bieren eine geringe
Menge CO2 gelöst. Bei Weißbieren
ist der Spundungsdruck
besonders hoch eingestellt.
Untergärig
Untergärige Hefe bleibt beim
Gärvorgang, der insgesamt länger
dauert und bei niedrigerer Temperatur
funktioniert, am Bottichboden.
Untergärige Hefe wurde
durch Spontangärung entdeckt,
vor allem bei den Winterbieren,
für die es kühlere Keller gab. Heutzutage
aht sic hdiese Hefesorte
allerdings weitestgehend durchgesetzt.
Würzekochen
Vom Läuterbottich gelangt die
Würze in die Sudpfanne. Dort wird
sie unter Beimischung von Hopfen
gekocht. Mit dem Kochende
nach rund 90minütiger Kochdauer
ist auch die Konzentration der
Würze festgelegt, der sogenannte
Stammwürzegehalt. Der Stammwürzegehalt
ist der Prozentanteil
von in der Würze vor der Gärung
gelösten Stoffen wie Malzzucker,
Eiweißstoffen, Vitaminen, Spurenelementen
und Aromasubstanzen.
Zwickel
Zwickelbier ist die unfiltrierte Version
eines Bieres. Es ist leicht bis
stark getrübt.
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Quelle: Deutscher Brauer Bund |